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6 décembre 2018

Der Freund der Kinder – Der heilige Nikolaus

Vor vielen Jahren wurde in Patara, in der heutigen Türkei, ein Junge geboren, dem Kinder in ganz Europa noch heute verdanken, dass sie am 6. Dezember reich beschenkt werden. Der Name des Kindes war Nikolaus.

Aber warum bringt uns der Nikolaus eigentlich Süßigkeiten und Geschenke? Der Legende zufolge starben Nikolaus‘ Eltern schon früh und er erbte großen Reichtum. Doch trotz seines Vermögens war er nicht glücklich, sodass er seine Reichtümer verschenkte und schließlich Bischof wurde. Er sorgte sich um die Armen und beschenkte sie. So soll er eines Nachts an einem Haus vorbeigekommen sein, in dem eine Familie mit drei Töchtern wohnte. Die Familie war so arm, dass die Töchter ihr Geld mit Prostitution verdienen mussten. Nikolaus warf in dieser Nacht drei Beutel voller Gold durch das Fenster, sodass die drei Mädchen finanziell unabhängig waren und heiraten konnten. Einer anderen Geschichte zufolge kleidete sich Nikolaus jeweils an seinem Geburtstag mit dem Hirtenstab und dem roten Mantel des Bischofs, füllte einen großen Sack voll mit Mandarinen, Nüssen und Honigkuchen und verteilte diese an die Armen und Kinder in der Stadt.

So stellen heute Kinder in Deutschland und Österreich am Abend des 5. Dezembers ihre Stiefel vor die Haustür in der Hoffnung, dass diese am nächsten Morgen mit Orangen, Äpfeln, Honigkuchen, Nüssen und Schokolade befüllt sind. In Kindergärten und Schulen werden Lieder wie „Lasst uns froh und munter sein“ für und über den Nikolaus gesungen. Doch der Nikolaus besucht die Kinder nicht alleine: In Deutschland wird er von seinem Gehilfen Knecht Ruprecht begleitet, der in eine dunkle Kutte gehüllt ist. In Österreich heißt der Gehilfe des Nikolaus Krampus und ähnelt mit seinen Hörnern und seiner bedrohlichen Fratze dem Teufel. Trotz verschiedenen Namens und Aussehens hat der Gehilfe des Nikolauses in beiden Ländern die gleiche Funktion: Er maßregelt die Kinder, die nicht brav waren und so statt Süßigkeiten eine Strafe bekommen. In Österreich gibt es sogar ganze Krampus-Umzüge, wo sich alle Menschen als Krampus verkleiden und durch die Stadt ziehen.

In Frankreich feiert man den Tag des heiligen Nikolaus vor allem in Lothringen, da der heilige Nikolaus Schutzpatron dieser Region ist. So wird zum Beispiel im Wallfahrtsort Saint-Nicolas-de-Port Nikolaus mit einer Messe und einem festlichen Umzug geehrt. In anderen Regionen Frankreichs wird der 6. Dezember nicht unbedingt gefeiert. Wenn der Saint Nicolas jedoch kommt, so erscheint er in Begleitung des Père Fouettard, einer Art Knecht Ruprecht.

Ein Land, in dem das Nikolausfest wichtiger ist als Weihnachten, sind die Niederlande. Dort kommt  der Sinterklaas schon Mitte November mit einem Schiff aus Spanien. In Begleitung des zwarten piet, der in seiner Funktion dem deutschen Knecht Ruprecht entspricht, legt der Sinterklaas mit seinem Schiff jedes Jahr in einem anderen Hafen an. Es folgt ein großer Umzug in der Ankunftsstadt und durch weitere große Städte in den Niederlanden. Der Nikolausabend am 5. Dezember ist dann der Höhepunkt der Festlichkeiten: Am „Paketabend“ bekommen die Kinder Geschenke vom Nikolaus und beschenken sich auch gegenseitig.

Die Schweden feiern das Nikolausfest nicht, dafür aber das Luciafest am 13. Dezember. In Spanien wird am 6. Dezember nicht dem Nikolaus, sondern der neuen demokratischen Verfassung aus dem Jahr 1978 gedacht.

In Osteuropa wird der 6. Dezember ähnlich wie in Westeuropa gefeiert: Der Moş Nicolae bringt am Abend des 5. Dezembers in Rumänien die Geschenke. Den unartigen Kindern hingegen steckt er einen Apfelbaumzweig in den aufgestellten Stiefel. Wenn dieser bis Weihnachten blüht, hat Nikolaus dem bösen Kind verziehen. Der tschechische Nikolaus, von Engel und Teufel begleitet, hört sich von den Kindern noch kleine Lieder und Gedichte an, bevor er sie entweder mit Süßigkeiten belohnt oder vom Teufel mit einer Kartoffel bestrafen lässt.

Doch was wissen wir eigentlich wirklich über den Freund der Kinder, dem wir bis heute einmal im Jahr gedenken? Was wissen wir wirklich über den Heiligen, den Schutzpatron der Kaufleute und Seefahrer? Nikolaus wird zwischen 280 und 286 im damaligen Lykien geboren. Als junger Mann wird er Bischof von Myra, wo jedoch bald die Christenverfolgungen unter Galerius Valerius Maximinus einsetzen. So wird auch Nikolaus Opfer dieser Verfolgungen und wird in Gefangenschaft gefoltert. Nach diesen Peinigungen tritt er 325 auf dem Konzil von Nizäa in Erscheinung. Davon abgesehen ist nur sein Todesdatum, ein 6. Dezember zwischen 345 und 351 bekannt.

Und trotzdem leben die Legenden über ihn und sein Wirken in ganz Europa weiter. Einmal im Jahr am 6. Dezember wird Nikolaus selbst und seinen Taten gedacht.


Allemagne, Arts & Culture, Autriche, France, Pays-Bas, République Tchèque, Roumanie, Traditions & Folklores,
Rédactrice. Secrétaire de rédaction Allemagne.
Service civique à l'Institution Sainte-Marie d'Antony.

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