Article

29 janvier 2019

Robert Schuman, europäischer vor der Zeit

Robert Schuman, unter anderem für die Gründung Europas bekannt, war einen Politiker mit einem bewegten Leben. Rückblick auf den Werdegang dieses Gründungsvaters der EU.


Jugend und Studium

Robert Schuman, 1950

Als Robert Schuman im Jahre 1886 in Luxemburg geboren wird, ist hat er die deutsche Nationalität. Sein Vater Jean-Pierre stammt nämlich aus dem Departement Moselle, welches nach dem preußisch-französischen Krieg von 1870 in das deutsche Kaiserreich eingegliedert wird. Er wächst also mit drei Kulturen auf: der französischen, deutschen und luxemburgischen, die in ihm die Liebe zu Europa wachrufen.

Schon in jungem Alter sehr reif und neugierig, wird er von seinen Eltern wohl behütet. Schuman kann so schon lesen als er das erste Mal zur Grundschule geht. Im Alter von zehn Jahren, beginnt er seine Schulzeit in einem exzellenten Gymnasium in Luxemburg:  Das Athénée lässt ihm die Möglichkeit ein erstklassiges Sprachniveau auf Deutsch und Französisch zu erwerben.
Robert Schuman ist einen brillanter Schüler, der sich in den naturwissenschaftlichen Fächern, ebenso wie in den literarischen Fächer auszeichnet.

Der Tod seines Vaters 1900 festigt die Beziehung zwischen Schumann und seiner Mutter Eugénie. Diese hat Schumann das Lesen beigebracht, seinen christlichen Glauben gebildet und ihm die Leidenschaft für die Musik und die Lektüre vermittelt. 1903 besteht er das Abitur und, anstatt zur Universität zu gehen, reist er auf den Spuren seines Vaters nach Metz, um das deutschen Abitur zu machen. Dieses Zeugnis erlaubt ihm Jura, Philosophie, Politik, Theologie und Statistik in den besten Universitäten Deutschlands zu studieren (Berlin, München, Bonn, Straßburg).
1912 kommt er schließlich wieder nach Metz und arbeitet dort als Rechtsanwalt. Metz ist eine intellektuelle Stadt, die von immer mehr Deutschen bevölkert wird. Es bleibt jedoch eine schwache Spur von Patriotismus unter den wenigen Einwohnern Metz‘, die nicht nach Frankreich emigriert sind.


Der Krieg

Als der Krieg 1914 ausbricht, hatte Schuman seinen Militärdienst nicht absolviert, weil er aus medizinischen Gründen befreit worden war.
Während des Krieges bleibt er im Metz, wo eine Art von militärischer Diktatur jegliche Andeutung  an die Franzosen, also die Feinde, unterdrückt. Als Pazifist trägt Schumann im Krieg keine Waffen und arbeitet als Schriftgehilfe für eine Garnison. Er arbeitet auch als Helfer für eine Unterpräfektur.
Am 19. November 1918 wird Metz von Maréchal Pétain befreit und die in Matz lebenden Deutschen werden gezwungen ihre Sachen zu packen und zu gehen.

Robert Schuman, als Abgeordneter des Mosel-Departements  (1929)

Anfänge in der Politik

1919, als Frankreich die Elsass-Mosel wieder in sein Staatsgebiet aufnimmt, nimmt Schuman die französische Nationalität an. Während der Parlamentswahl von 1919, wird Schuman sehr geraten, sich in die Wahlliste von der UPR (populär und republikanische Union) einzuschreiben. Schuman lehnt diese Idee jedoch zunächst ab, weil er sich nicht für Politik interessiert. Schlussendlich stellt er sich doch zur Wahl, weil er von dem Domherrn Colin dazu ermuntert wird. Er wird er zum Abgeordneten des Mosel- Départements gewählt.

Robert Schuman wird ein erfahrener Abgeordneter im Bereich der Demokratie und des Gesetzes. Darum steht er 1924 am Anfang der Liste der UPR und beginnt so sein zweites Mandat als Abgeordneter.
Er bleibt Abgeordneter bis zum Zweiten Weltkrieg. Zu Beginn des Krieges wird er zum Unterstaatssekretär für Flüchtlinge aus dem besetzten Frankreich bestellt. Diese Stelle wird ihm im „freien“ französischen Staat unter Maréchal Pétain zugeteilt, ohne Schumanns eigene Meinung zu berücksichtigen.


Der zweite Weltkrieg

Obwohl Schumann für die unbeschränkte Vollmacht von Pétain gestimmt hat, steht Schuman jetzt erneut einem brudermörderischen Konflikt entgegen. Er gehört zwar der Regierung Pétains an, probiert aber alles um nach Vichy zu gelangen, dort zu kündigen und wieder nach Lothringen zu gehen. Schumann sorgt sich nämlich um die Freiheit seiner Landsleute gegenüber dem Naziregime, welches seine Heimat annektiert hat. Kaum nach Metz zurückgekehrt, wird er am 14. September 1940 von der Gestapo ergriffen und muss für sieben Monate ins Gefängnis gehen.

Er wird unter überwachten Hausarrest gestellt und soll sich jeden Tag sich bei der Polizei melden. Schumann flieht jedoch, sodass am 1. August 1942 ein Kopfgeld von hunderttausend Mark auf ihm ausgesetzt wird. Er kommt am 15. August in Vichy an, um Maréchal Pétain über das Schicksal der Einwohner des Elsaß zu informieren. Der Chef des französischen Staates teilt Schumann jedoch nur mit, dass er nichts für die Elsässer tun kann.

Robert Schuman nimmt an dem Wiederstand teil, wird dann aber gefangen genommen. Nachdem er den Deportierungen zu dem Konzentrationslager Dachau nur knapp entkommen konnte, versteckt er sich vor den Nazis. Auf der Flucht versteckt er sich in Klöstern, Waisenhäusern und studiert, während er auf das Ende des Krieges wartet. Am 19. November 1944 wird das in Trümmern liegende Metz von den Amerikanern befreit, und Schuman fragt sich, ob er im Alter von sechzig Jahren die Arbeit in der Politik noch fortsetzen sollte.


Das europäische Wiederaufleben

Robert Schuman weiß seit dem Krieg,  dass eine Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland dringend notwendig ist.
Er verlängert trotzdem seine politische Karriere als Finanzminister, Premierminister, dann Außenminister und zum Schluss, Justizminister.
Für ihn ist es unbedingt notwendig eine gegenseitige Hilfe für die europäischen Länder einzurichten, um einen neuen globalen Konflikt zu vermeiden und den Frieden zu wahren.

Am 9. Mai 1950 geht Robert Schumann dann tatsächlich in die Geschichtsbücher ein. An diesem Tag hält er eine Rede, die er zusammen mit Jean Monnet verfasst hat und die die Grundlagen der europäischen Konstruktion darstellen:

Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung. Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen. Der Auflauf der Nationen verlangt, dass der Widerstand zwischen Frankreich und Deutschland ausgemerzt wird.

Seine Rede wird von dem deutschen Kanzler Adenauer gehört, ebenso von den Staatsoberhäuptern der belgischen, italienischen, niederländischen und luxemburgischen Regierung. So wird am 18. April 1951 von den 6 der Vertrag von Paris unterzeichnet, welcher die Bildung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) besagt.
Die EGKS ist die erste europäische wirtschaftliche Organisation, die den freien Verehr von Stahl und Kohle erlaubt.

Die EGKS hat auch noch jüngere Schwestern, wie zunächst die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die mit den Römischen Verträgen gegründet wurde. Das Europa der 6 wird das Europa der 12 und schließt jetzt auch Dänemark, Spanien, Griechenland, Irland, Portugal und das Vereinigtes Königreich mit ein.
Die EWG wird eine tatsächliche politische supranationale Organisation. Der Freiverkehr existiert heute immer noch, aber er umfasst jetzt auch andere Dimensionen, wie zum Beispiel eine Zollunion, um das Reisen leichter zu machen (diese Zollunion gibt Anlass zu dem Schengener -Raum), gemeinsame Politik und Ähnliches.

1993 wird die Europäische Union geboren, die die EWG ersetzt. Heutzutage, jeden 9. Mai, feiert Europa Schumans Rede, die eine europäische Zusammenarbeit vorschlägt, um den Frieden in Europa zu erhalten.

 

Quellen
LEJEUNE René, Robert Schuman, un père pour l’Europe, Editions de l’Emmanuel, 2013.
https://europa.eu/european-union/sites/europaeu/files/robert_schuman_fr.pdf
https://europa.eu/european-union/about-eu/history/founding-fathers_fr
https://europa.eu/european-union/about-eu/history/1945-1959_fr
https://europa.eu/european-union/about-eu/symbols/europe-day/schuman-declaration_fr
http://www.universalis-edu.com/encyclopedie/robert-schuman/


Arts & Culture, Histoire, Institutions de l'Union européenne, Politique, Portraits, Société,
Rédacteur. Élève à l'Institution Sainte-Marie.
Intérêts : Ecologie, sciences, géopolitique, culture.
Pays d'affection : Allemagne, Royaume-Uni, Finlande, Suède.

Leave a Reply

Votre adresse de messagerie ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *